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Medical Training für Hunde

05.03.2020

Medical Training für Hunde

Was bedeutet Medical Training?
Ihr Hund wird durch das Medical Training auf ungewohnte Situationen vorbereitet (Bürsten, Krallen schneiden, Ohren untersuchen,...) und verknüpft diese im Laufe der Zeit positiv.
Ihr Hund weiß durch das Training genau, was auf ihn zukommt und hat dadurch weniger Stress und Angst.

Wie funktioniert Medical Training?
Häufig wird beim Medical Training mit einem Clicker oder Markerwort (z.Bsp. „Top“ oder „Yes“) gearbeitet, auf die Ihr Hund vorher konditioniert wurde (https://www.tierverstand.com/infoecke/wissenswertes/162-clickertraining.html). So kann Ihr Hund für jedes gewünschte Verhalten punktgenau belohnt und positiv bestärkt werden.

Am einfachsten unterteilt man eine Übung in lauter kleine Einzelschritte, die nach und nach trainiert werden.
Am einfachsten lässt sich das an einem Beispiel erklären: Das Anheben der Lefzen:
Der erste Schritt bei dieser Übung ist, dass Ihre Hand langsam in Richtung Maul Ihres Hundes. Jedes Mal, wenn Ihr Hund dabei nicht zurückweicht, gibt es einen „Click“ oder das Markerwort, gefolgt von einer Belohnung. Sobald Ihr Hund diesen Schritt gut mitmacht und positiv verbindet, kann man als nächsten Schritt die Lefze mit der Hand kurz berühren. Im Moment der Berührung gibt es wieder ein „Clicken“ bzw. das „Markerwort“ und Ihr Hund bekommt eine Belohnung. Wenn auch dieser Trainingsschritt sitzt, kann man versuchen die Lefzen kurz anzuheben. Und schließlich dehnt man dann die Zeitspanne, in der man die Lefze nach oben hebt, ganz langsam immer weiter aus.
Wenn Ihr Hund die Übung gut beherrscht, sollte man auch beginnen an anderen Orten, wie z.B. im Park oder bei Bekannten, zu trainieren – denn schließlich soll das Trainierte ja irgendwann auch in der Tierarztpraxis klappen. Wichtig ist außerdem, dass später auch andere Personen mit Ihrem Hund üben, damit sich die Vierbeiner auch an fremde Leute gewöhnen.
Beim Medical Training kann man auch mit einem sogenannten Kooperationssignal (z.B. Kinntarget) arbeiten. Dabei wird eine bestimmte Position Ihres Hundes , z.B. Kopf in Ihrer Hand, so positiv verknüpft, dass Ihr Hund sich in dieser Position entspannt und sicher fühlt. Bei unangenehmen Behandlungen oder in stressigen Situationen kann das Kooperationssignal dann zur Entspannung eingesetzt werden.
Je früher Sie mit dem Medical Training beginnen, desto besser! Denn je weniger negative Erfahrungen Ihr Hund bereits gemacht hat, desto einfacher ist das Training. Außerdem sollte man sich beim Medical Training genügend Zeit lassen und Ihren Hund nicht überfordern. Es bringt also nichts, erst eine paar Tage vorm nächsten Tierarzttermin damit anzufangen. Wenn das Training nämlich zu schnell gemacht wird, verliert Ihr Hund den Spaß daran und es kann ins Negative umschlagen.
Am einfachsten ist das Medical Training natürlich bei Welpen, denn diese sind noch sehr „unvoreingenommen“ und verspielt und gewöhnen sich auch schnell an neue Situationen.
Je mehr Situationen Ihr Hund kennt, desto stressfreier ist auch der Tierarztbesuch.
Für den Tierarztbesuch sind aber einige Punkte und Übungen besonders wichtig, da sie eigentlich für jede gründliche Untersuchung notwendig sind:

 

  • Abtasten am ganzen Körper
  • Ohren anschauen
  • Augen anschauen
  • Fixieren des Kopfes mit den Händen
  • Maul öffnen und Lefzen anheben
  • Pfoten in die Hand nehmen und untersuchen
  • Ruhig in Seitenlage liegen bleiben
  • Gewöhnung an den Maulkorb
  • Auf den Tisch gehoben werden

Wie gesagt, gibt es noch unzählige weitere Situationen, die man mit dem Medical Training üben kann, z.B. Krallen schneiden, Fieber messen, Spritze geben, auf den Rücken legen usw. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt und fast immer ist das Training ja nicht nur Mittel zum Zweck, sondern macht richtig Spaß.

Wenn Sie mit Ihrem Hund zum Tierarzt müssen, bringen Sie am besten eine Decke Ihres Hundes mit. Denn wenn die eigene Decke auf dem Behandlungstisch liegt, ist der Untergrund nicht nur weniger rutschig, sondern hat auch einen vertrauten Geruch – das beruhigt viele Tiere schon ungemein.
Ihrem Hund gibt es Sicherheit, wenn er weiß, was als Nächstes passiert. Bauen Sie beispielsweise das Wort „Touch“ ein, damit Ihr Hund weiß, dass er gleich berührt wird.