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Die Praxis ist vom 22.12.18 bis 26.12.18 geschlossen.
Vertretung siehe Notfall.

Erste Hilfe und Transport zum Tierarzt

 

07.09.2015

Erste Hilfe und Transport zum Tierarzt

Sie können als Tierbesitzer einen wichtigen Beitrag zur Rettung verletzter Tiere sorgen, indem Sie Erste Hilfe leisten. Aber vergessen Sie dabei nie Ihre eigene Sicherheit! Verletzte oder kranke Tiere mit Schmerzen schützen sich instinktiv und reagieren dabei auch vertrauten Menschen gegenüber plötzlich ungewohnt aggressiv oder beißen!

Prüfen Sie Atmung und Herzschlag - Rufen Sie eine Hilfsperson - Drücken Sie zur Beatmung und Herzmassage auf dem Brustkorb.

Beatmung

Beobachten und prüfen Sie zunächst die Atmung: Bewegt sich der Brustkorb? Beschlägt ein vor die Nase gehaltener Spiegel oder blankes Metall? Ist die Maulhöhle frei oder evtl. durch geronnenes Blut, Erbrochenes oder Fremdkörper verstopft? Achtung akuter Sauerstoffmangel bei Blauverfärbung der Zunge und der Schleimhäute. Falls keine Atmung sichtbar, dann: Beatmen Sie den Patienten!

    • entweder Mund zu Nase, indem Sie Ihren Mund direkt auf die Nasenöffnung des Tieres legen (ggf. dünnen Stoff dazwischen ) und dann gleichmäßig ausatmen. Bei richtiger Ausführung hebt sich dabei der Brustkorb des Patienten an. Das funktioniert nur bei geschlossener Maulhöhle.
    • oder indem Sie vorsichtig mit der flachen Hand auf den Brustkorb drücken und so die Luft aus der Lunge des Patienten pressen. Durch Nachlassen des aufgebauten Drucks kann dann passiv durch die Elastizität der Lunge wieder frische Luft einströmen. Achten Sie darauf, dass der Hals des Patienten gestreckt ist und versuchen Sie die Zunge des Tieres nach vorne aus der Maulhöhle herauszuziehen. Dabei sollte der Zeitraum des passiven "Einatmens" (Pause zwischen zwei Beatmungen) etwa 2-3 x solange sein wie der Ausatemvorgang. Beim Hund 10 bis 25 Mal pro Minute und bei der Katze ca. 20 bis 30 Mal pro Minute.

    Wiederbelebung / Herzmassage

    Wenn Sie bei Ihrem Tier weder den Puls fühlen können (Innenseite Oberschenkel), noch einen Herzschlag fühlen (links seitlich am Brustkorb hinter dem Ellbogengelenk), versuchen Sie durch äußere Herzmassage den Blutfluss zum Gehirn aufrecht zu erhalten und damit wertvolle Zeit zu gewinnen. Dazu sollte das Tier auf seiner rechten Seite liegen. Bei großen Hunden wird mit übereinandergelegten Händen und durchgestreckten Ellbogengelenken Druck auf den Brustkorb ausgeübt. Bei kleinen Hunden oder Katzen umgreift die Hand den Brustkorb von unten und die Massage erfolgt zwischen Daumen und den übrigen Fingern. Dabei wird ca. ein Drittel bis die Hälfte des Brustkorbs zusammengedrückt. Richtig ist kräftiges stoßweises Drücken auf den Brustkorb mit einer Frequenz von 120 pro Minute (Bsp.: Rhythmus von "stayin alive" von den Bee Gees). Nach 30 Druckstößen müssen Sie wieder 1-2 mal beatmen- ALSO RICHTIG KRÄFTIG UND RICHTIG SCHNELL !! UND:  BESSER FALSCH ALS ÜBERHAUPT NICHT !

    Blutungen

    Blutungen treten z. B. häufig bei Schnittverletzungen der Pfoten oder Bissverletzungen auf. Reinigen Sie die Wunde mit Wasser und legen Sie anschließend einen sauberen Druckverband an (Verbandmaterial entweder aus unserem Erste Hilfe Set oder Ihrem KFZ Verbandkasten). Bei einer pulsierenden Blutung (Verletzung einer Arterie) ist es evtl. notwendig, dass Sie die Gliedmaße oberhalb der Verletzung abbinden.

    Achtung! Nicht zu fest und nicht zu lange! Sonst besteht die Gefahr von schweren Gewebeschäden.

    Offene Wunden

    Wenn möglich die Wunde mit feuchten Tüchern (sauberes Trinkwasser) abdecken. Erkennbare Fremdkörper wie Holzstöcke oder Glassplitter NICHT entfernen. Bei offenen Verletzungen des Brustkorbs können Sie diese einfach und luftdicht mit Frischhaltefolie verschließen. Dazu den Brustkorb vorsichtig in Folie einwickeln (wie ein Gepäckstück am Flughafen:-))

    Transport zum Tierarzt

    Beim Transport zum Tierarzt die Tiere evtl. fixieren. Bei bewusstlosen Tieren auf freie Atemwege achten (siehe oben). Nicht gehfähige Patienten wenn möglich auf der rechten Körperseite liegend transportieren. Katzen am besten in einem abgedunkelten Käfig zum Tierarzt bringen.

    Dabei ist es jetzt ganz besonders wichtig, dass Sie beruhigend mit Ihrem Tier reden. Durch Ihre Stimme haben Sie einen wichtigen Einfluß  - es spürt Ihre Sicherheit und Nähe und erlebt Ihr Vertrauen. Nutzen Sie dieses wichtige Instrument und bleiben Sie ruhig! Gut vorbereitet ist, wer sich bereits vorher gründlich informiert hat. Besuchen Sie einen Erste Hilfe Kurs für Hunde und besorgen Sie sich ein Erste Hilfe Set. Wir beraten Sie dazu gerne.

    Wenn Sie gerade unterwegs sind, kann die Smartphone-App "Vetfinder" helfen, die nächstgelegene Tierarztpraxis zu finden.