Futtermittelallergie?

20.11.2016

Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten äußern sich bei Hund und Katze häufig durch chronische Magendarmbeschwerden ( Durchfall, Erbrechen ) und/oder Hautprobleme ( Juckreiz, Ohrenentzündung ).

Leider sind die auf dem Markt befindlichen Bluttests auf Futtermittelallergien nicht sehr zuverlässig, so dass der Goldstandard zur Diagnose der Futtermittelallergie immer noch die sogenannte Ausschlussdiät

( Eliminationsdiät ) ist.

Durchführung der Ausschlussdiät:

Auswahl des Futters:

Das Immunsystem kann nur auf bekannte Substanzen Allergien entwickeln. Deshalb ist es für die Ausschlussdiät sehr wichtig, eine Fleischsorte zu wählen, die der Patient vorher noch nie bekommen hat - die seinem

Immunsystem also fremd ist.

Meist gut geeignete ( weil seltene ) Fleischsorten sind z.B. : Ziege, Pferd, Büffel, Strauss u.v.m.

Es sollte sich nur eine dieser Fleischsorten ( = Proteinquellen ) im Futter befinden, im Handel oft mit "single protein" gekennzeichnet.

Bitte überlegen Sie vorher genau was ihr Tier schon alles bekommen hat und wählen Sie eine Fleischsorte aus, die noch nie zuvor verfüttert wurde.

 

Bei der Auswahl des Futters achten Sie bitte streng darauf, dass wirklich nur die ausgewählte Proteinquelle enthalten ist. Es lohnt sich immer die Deklarationsliste auf der Packung vor dem Kauf gründlich zu studieren, denn nicht überall

wo "Pferd" draufsteht ist auch ausschließlich Pferd drin - und genau das ist sehr wichtig für den Erfolg der geplanten Ausschlussdiät.

 

Eine Alternative zu den seltenen Fleischsorten stellen die Futtermittel mit hydrolysiertem Protein dar. Bei diesen Fertigfuttern wurde das Protein so klein zerspalten, dass es vom Körper nicht mehr als Allergen erkannt wird.

 

Dauer der Diät:

Mindestens 6 - 8 Wochen, gelegentlich bis zu 12 Wochen.

 

Wichtig:

Während dieser Zeit darf absolut nichts anderes gegeben werden als die ausgewählte Diät/Proteinquelle! Mit der Ausschließlichkeit steht und fällt der Erfolg der Ausschlussdiät! Das heißt Ihr Tier bekommt als Hauptmahlzeit

die ausgewählte Diät. Als Snack, Kauartikel und Leckerli dürfen Sie nur Produkte geben, die ebenfalls ausschließlich die ausgewählte Proteinsorte enthalten. Auch hier gilt es wieder die Deklarationsliste darauf zu prüfen, ob wirklich

nur die gewünschte Proteinquelle enthalten ist. 

Ein Beispiel:

Als seltenes Protein haben Sie Pferdefleisch gewählt. Als Hauptfutter erhält Ihr Hund gekochtes Pferdefleisch mit Hirse oder ein Fertigfutter das ausschließlich Pferdefleisch enthält. Zum Kauen gibt es Pferdesehnen und für´s Training

oder als Snack zwischendurch Pferdefleischleckerlis.

 

Zu den Kohlenhydraten und Fetten:

Katzen können für den Testzeitraum ausschließlich mit Fleisch gefüttert werden. 

Bei Hunden sollte ein Teil der Nahrung aus Kohlenhydraten bestehen. Auch wenn Kohlenhydratquellen eher selten Auslöser von Allergien sind, sollte hier ebenfalls auf seltene Sorten die der Patient noch nie bekommen hat ausgewichen werden. Dies könnten zum Beispiel sein: Süßkartoffeln, Hirse, Pastinaken, Quinoa, Dinkel, ....

 

Häufige Fehlerquellen:

Zufütterung von anderen Proteinquellen:

  • aus Gewohnheit Fütterung von normalen Leckerli, Kauknochen, ...
  • der Patient klaut Futter von anderen Tieren im Haushalt
  • Rituale wie zum Beispiel das Auslecken von Joghurtbechern, das mit dem Vierbeiner geteilte Käsebrot etc. sind ebenfalls ein Zugang zu anderen Proteinquellen und müssen für die Zeit der Diät entfallen.
  • alle Familienmitglieder, Trainingskollegen in der Hundeschule, Gassigeher, Tiersitter etc. müssen informiert werden dass Sie dem Patient für den Zeitraum der Diät keine normalen Leckerlis zustecken dürfen.
  • Vitamin und Mineralstoffpräparate enthalten ebenfalls oft tierische Proteine und sollten für die Zeit der Ausschlussdiät nicht gegeben werden. Bei erwachsenen Tieren ist dies bei selbstgekochten Rationen für den Testzeitraum absolut unbedenklich. Falls die Diät später weiter gefüttert wird sollte sie mit hypoallergenen Präparaten ergänzt werden. Ausnahme sind Junghunde großwüchsiger Rassen - hier sollte sofort substituiert werden. Für ein geeignetes Präparat sprechen Sie uns an.
  • versteckte Proteine in sogenannten flavour Tabletten ( oft Schmerzmittel, Herztabletten, ... ) - diese sind mit Rindfleisch versetzt um die Akzeptanz zu verbessern. Für die Zeit der Diät sollte auf die Tabletten ohne oder mit künstlich erzeugtem "flavour" umgestellt werden.

 

Beurteilung des Erfolgs:

Wenn die Diät strikt durchgehalten wurde, kann nach dem Testzeitraum von ca. 8 Wochen eine sichere Aussage getroffen werden, ob Ihr Tier eine Futtermittelallergie/ - unverträglichkeit hat. In diesem Fall haben sich die Symptome 

während des Testzeitraumes sehr stark verbessert oder sind gar nicht mehr vorhanden. Bei der Umstellung auf das alte Fütterungsregime reagieren die Patienten mit dem erneuten Auftreten der Symptome

( sog. Provokationsprobe ).

Leider sagt uns der Erfolg der Ausschlussdiät noch nicht, auf welches Nahrungsmittel Ihr Tier allergisch ist. Um dies herauszufinden, kann man in den Wochen nach der Diät vorsichtig eine Proteinquelle nach der anderen

zur Diät hinzufügen und genau beobachten bei welcher Proteinquelle die Symptome wieder beginnen.